Karen Köhler: Wir sagen Danke

  Florian L. Arnold   Nov 09, 2019   Indie-Verlag, Kooperation, Veranstaltung   0 Comment

Die Lesung mit Karen Köhler im Ulmer Theater war ein wirkliches Erlebnis: Eine herrlich entspannte Karen Köhler im Gespräch mit Aegis-Buchhändler Rasmus Schöll erzählte über ihre schriftstellerischen Wurzeln in Ulm (und insbesondere ihren dortigen Start als Theater-Autorin), über den verworfenen ersten Roman, aus dessen Überlegungen heraus das wunderbare „Miroloi“ entstanden ist. Köhler las aus dem Roman, dessen bildhafte, drängende Sprache spürbar von ihren Theatererfahrungen geprägt ist.
Karen Köhler hat Schauspiel studiert und zwölf Jahre am Theater in ihrem Beruf gearbeitet. Heute lebt sie auf St. Pauli, schreibt Theaterstücke, Drehbücher und Prosa. Ihre Theaterstücke stehen bei zahlreichen Bühnen auf dem Spielplan. 2014 erschien ihr viel beachteter Erzählungsband Wir haben Raketen geangelt„. 2017 erhielt sie für ihren Roman Miroloi“ (Hanser 2019) ein Grenzgänger-Stipendium der Robert Bosch Stiftung, 2018 das Arbeitsstipendium des Deutschen Literaturfonds.

Karen Köhlers erster Roman erzählt von einer jungen Frau, die als Findelkind in einer abgeschirmten Gesellschaft aufwächst. Hier haben Männer das Sagen, dürfen Frauen nicht lesen, lasten Tradition und heilige Gesetze auf allem. Was passiert, wenn man sich in einem solchen Dorf als Außenseiterin gegen alle Regeln stellt, heimlich lesen lernt, sich verliebt? Voller Hingabe, Neugier und Wut auf die Verhältnisse erzählt „Miroloi“ von einer jungen Frau, die sich auflehnt, die eine eigene Sprache findet, obwohl man ihr diese als Ausgestoßener vorenthalten will. Bestechend ist die Konstruktion des Romans – als zu Lebzeiten gesungenes „Totenlied“, das die Hauptfigur auf sich selbst singt in 128 Strophen. Furios.

Wir sagen an die vielen Gäste, die aufmerksam zuhörten, an das Theater Ulm und insbesondere Dr. Christian Katzschmann.

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